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TKP lokaler Werbung: Was kostet ein Kontakt wirklich?

Von Julius Schröder, AdBügel · Aktualisiert am

Kurzfassung

Der Tausender-Kontakt-Preis (TKP, englisch CPM) gibt an, was 1.000 Werbekontakte kosten. Lokal liegt er je nach Kanal zwischen wenigen Euro (Anzeigenblatt, Plakat) und mehreren hundert Euro (Paketbeilage, Kleiderbügelwerbung). Weil ein „Kontakt“ in jedem Kanal etwas anderes bedeutet, ist für lokale Betriebe die Kennzahl Kosten je gewonnenem Kunden aussagekräftiger.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der TKP berechnet sich als Kosten geteilt durch Kontakte mal 1.000, doch ein Plakat-Sichtkontakt, ein verteiltes Anzeigenblatt und ein übergebener Flyer sind nicht dasselbe.
  • Postwurfspezial der Deutschen Post kostet 2026 ab 0,18 € Porto je Standardsendung, zzgl. Druck und Zuschlägen; Paketbeilagen liegen bei rund 60–230 € pro 1.000.
  • Kleiderbügelwerbung kostet bei AdBügel 0,32–0,72 € je Flyer All-in, also 320–720 € pro 1.000, und ist damit pro 1.000 Kontakte teurer als Postwurf oder Anzeigenblatt.
  • Rund 30,9 % der Briefkästen in Deutschland tragen 2024 einen „Bitte keine Werbung“-Hinweis, was die tatsächliche Reichweite unadressierter Werbung senkt.
  • Entscheidend ist, was ein Neukunde kostet und was er einbringt: Bei hohem Kundenwert kann ein teurer Kanal der wirtschaftlichere sein.

Wie wird der TKP berechnet?

Die Formel ist einfach: TKP = Kosten der Maßnahme ÷ Anzahl der Kontakte × 1.000. Eine Anzeige für 134 €, die in 23.000 Exemplaren erscheint, hat also einen TKP von knapp 6 €.

Schwierig wird es bei der Frage, was als Kontakt zählt. Beim Anzeigenblatt ist es ein verteiltes Exemplar, unabhängig davon, ob die Anzeige gelesen wird. Beim Plakat ist es ein statistisch ermittelter Sichtkontakt eines Passanten. Beim Postwurf ist es ein eingeworfener Brief. Bei der Kleiderbügelwerbung ist es ein Flyer, der einer Kundin oder einem Kunden der Reinigung mit der Kleidung übergeben wird.

Diese Kontakte unterscheiden sich in Aufmerksamkeit, Verweildauer und Zielgruppenpassung. Ein TKP-Vergleich zeigt deshalb nur, was die Reichweite kostet, nicht, was sie bewirkt.

Was kosten 1.000 Kontakte bei lokalen Kanälen?

Die folgende Übersicht zeigt belegbare Richtwerte für gängige lokale Kanäle in Deutschland. Druckkosten sind, wo nicht anders angegeben, nicht enthalten; sie hängen stark von Format, Papier und Auflage ab.

Richtwerte lokaler Werbekanäle, Stand 2026 (netto)
KanalKostenKosten pro 1.000 (ca.)Was ist ein Kontakt?
Postaktuell (Post-Wurfsendung an alle Haushalte)ca. 0,076 € Porto je Stück bis 20 g, mind. 300 €ca. 76 € zzgl. DruckEingeworfene Sendung, Haushalte mit „Keine Werbung“ werden ausgelassen
Postwurfspezial (Deutsche Post)ab 0,18 € je Standardsendung bis 20 g, +0,05 € bei 5.000–19.999 Stück, +0,01 € Sept.–Dez.ca. 180–240 € zzgl. DruckEingeworfene, teiladressierte Sendung
PaketbeilageBeilage im Versandpaket eines Onlinehändlersca. 60–230 €Beilage im Paket, meist überregional verteilt
Anzeigenblatt (Beispiel Licher/Hungener Wochenblatt, 23.155 Expl.)Farbanzeige 2-spaltig × 70 mm: 134,40 €; Prospektbeilage bis 20 g: 70 € pro 1.000ca. 6 € (Anzeige) bzw. 70 € zzgl. Druck (Beilage)Verteiltes Exemplar
Großflächenplakat 18/1ca. 100 € (C-Lage) bis 1.600 € und mehr (A-Lage Großstadt) je Dekadeje nach Standort, bezogen auf Sichtkontakte laut ma PlakatStatistischer Sichtkontakt im Vorbeigehen oder -fahren
Kleiderbügelwerbung (AdBügel)0,32–0,72 € je Flyer All-in (Druck, Konfektion, Anlieferung)320–720 € inkl. DruckFlyer, der mit der gereinigten Kleidung übergeben wird

Warum ist Kleiderbügelwerbung pro 1.000 teurer?

Weil jeder Flyer einzeln am Bügel befestigt, in die Reinigung geliefert und dort über Wochen an echte Kundschaft ausgegeben wird. Bei AdBügel sind Druck, Konfektion und Anlieferung im Stückpreis enthalten, bei Postwurf und Beilagen kommt der Druck noch hinzu. Auch dann bleibt der Bügelflyer pro 1.000 Kontakte der teurere Kanal. Das sollte man offen sagen.

Das Argument für den Kanal ist ein anderes: Die Empfänger sind Menschen, die in der Nähe wohnen oder arbeiten und dort regelmäßig einen bezahlten Service nutzen. Der Flyer kommt nicht ungefragt in den Briefkasten, sondern gemeinsam mit etwas, das die Person abholen wollte. Und Stammkunden sehen die Werbung bei jedem Besuch erneut. Wie das im Einzelnen funktioniert, erklärt der Artikel Werbung in Textilreinigungen.

Beim Postwurf fällt zudem ein Teil der Haushalte von vornherein weg: 2024 trugen 30,9 % der Briefkästen einen „Bitte keine Werbung“-Hinweis, in einzelnen Kreisen bis zu 67,3 %. Mehr dazu im Artikel über Werbeverweigerer.

Welche Kennzahl ist für lokale Betriebe besser?

Aussagekräftiger als der TKP sind die Kosten je gewonnenem Kunden (Cost per Acquisition, CPA) im Verhältnis zum Kundenwert. Ein Kanal mit hohem TKP kann günstiger sein, wenn weniger Kontakte nötig sind, um einen Kunden zu gewinnen, oder wenn ein einzelner Kunde viel einbringt.

Umgekehrt gilt: Für Angebote mit niedrigem Kundenwert, etwa einen Imbiss oder ein Produkt für wenige Euro, ist ein Kanal mit 0,49 € je Kontakt kaum wirtschaftlich. Hier sind Anzeigenblatt, Postwurf oder Social Media meist sinnvoller.

Messbar wird der CPA nur mit einem eindeutigen Rückkanal: eigener QR-Code, Gutscheincode oder eine eigene Landingpage je Kanal. Wie das geht, steht im Artikel QR-Codes auf Flyern.

Rechenbeispiel: Wann rechnet sich ein teurer Kanal?

Ein Beispiel mit öffentlich belegten Zahlen aus der Immobilienbranche. Die Werte sind eine Modellrechnung, keine Kampagnenergebnisse.

Kosten: Eine Classic-Kampagne mit 7.800 Bügelflyern in zwei Reinigungen kostet bei 0,49 € je Stück 3.822 € netto (siehe Preise).

Kundenwert: In Hamburg ist bei Wohnimmobilien eine Provision von 3,125 % je Seite üblich. Bei einem Verkaufspreis von 500.000 € entspricht das 15.625 € Provision von der Verkäuferseite.

Vergleich: Ein Praxisbeispiel des IVD-Bildungsinstituts beziffert die Kosten je Verkaufsauftrag über Google Ads auf rund 2.708 € (54,17 € je Eigentümer-Lead, etwa jeder 50. Lead wird zum Auftrag).

Ergebnis: Gewinnt die Kampagne einen einzigen Verkaufsauftrag, liegen die Akquisekosten bei 3.822 €, und die Provision deckt sie rund viermal. Bleibt der Auftrag aus, sind die 3.822 € ohne direkten Gegenwert ausgegeben. Deshalb eignet sich der Kanal vor allem für Anbieter, bei denen schon ein einzelner Neukunde die Kampagne trägt, und die Wiederholung über mehrere Monate einplanen, zum Beispiel über das Viertel-Abo.

Modellrechnung Makler (Annahmen, netto)
GrößeWertGrundlage
Kampagnenkosten Classic, 7.800 Flyer3.822 €AdBügel-Preisliste
Provision Verkäuferseite bei 500.000 €15.625 €3,125 % je Seite, Hamburg
Kosten je Verkaufsauftrag über Google Adsca. 2.708 €IVD-Praxisbeispiel
Break-even der Kampagne1 Verkaufsauftrageigene Rechnung

Häufige Fragen

Was bedeutet TKP?

TKP steht für Tausender-Kontakt-Preis, also die Kosten für 1.000 Werbekontakte. International heißt die Kennzahl CPM (Cost per Mille). Formel: Kosten ÷ Kontakte × 1.000.

Welcher lokale Werbekanal hat den niedrigsten TKP?

Anzeigenblätter und Plakate haben pro 1.000 Kontakte meist die niedrigsten Kosten, im Beispiel eines Anzeigenblatts rund 6 € je 1.000 Exemplare für eine kleine Farbanzeige. Ein niedriger TKP sagt aber nichts darüber, wie viele Kontakte die Werbung wirklich wahrnehmen.

Was kosten 1.000 Kleiderbügelflyer?

Bei AdBügel 320–720 € netto je nach Format und Menge, inklusive Druck, Konfektion am Bügel und Anlieferung. Die Mindestmenge liegt bei 7.800 Stück, der Einstieg bei 2.886 € (Budget Flyer).

Ist Postwurf günstiger als Kleiderbügelwerbung?

Pro 1.000 Kontakte ja. Postwurfspezial kostet ab 0,18 € Porto je Sendung zzgl. Druck. Kleiderbügelwerbung ist teurer, erreicht dafür Stammkunden einer lokalen Reinigung wiederholt und ist nicht von „Keine Werbung“-Aufklebern betroffen.

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Einmalige Kampagne mit Live-Preis oder dauerhafte Präsenz im Viertel mit dem Viertel-Abo.