Kurzfassung
Postwurfsendungen und Flyerverteilung sind die günstigsten Wege, viele Haushalte in einem Gebiet zu erreichen: inklusive Druck liegen sie grob zwischen 70 und 250 € je 1.000 Stück. Kleiderbügelwerbung kostet mit 320 bis 720 € je 1.000 Stück deutlich mehr, erreicht aber Menschen, die ihre Werbung persönlich mit der eigenen Kleidung überreicht bekommen, auch wenn am Briefkasten „Bitte keine Werbung“ steht. Welcher Kanal besser ist, hängt vom Kundenwert und davon ab, ob Sie Breite oder Wiederholung brauchen.
Das Wichtigste in Kürze
- Postaktuell kostet ab 0,076 € Porto je Sendung bis 20 g, mit Dienstleister und Druck landen Sie bei rund 105–160 € je 1.000 Haushalte.
- An 30,9 % der deutschen Briefkästen klebt „Bitte keine Werbung“; diese Haushalte lassen Postaktuell, Postwurfspezial und seriöse Verteiler aus.
- Kleiderbügelwerbung kostet bei AdBügel 0,32–0,72 € je Stück all-in und ist damit pro 1.000 Kontakte mehrfach teurer als der Postwurf.
- Für reine Reichweite in der Fläche ist der Postwurf die günstigere Wahl, für Wiederholung bei einer festen Kundschaft im Viertel der Kleiderbügel.
- Messbar sind alle drei Kanäle nur mit eigenem QR-Code, Gutscheincode oder einer eigenen Landingpage je Kampagne.
Welche Kanäle werden hier verglichen?
Wer lokal Neukunden sucht, landet meist bei drei gedruckten Wegen in den Haushalt:
Postwurfsendung (Postaktuell): Die Deutsche Post stellt unadressierte Flyer an alle Haushalte eines Gebiets zu, auswählbar nach Postleitzahl, Stadtteil oder Umkreis. Postwurfspezial ist die teiladressierte Variante („An die Bewohner des Hauses …“), bei der sich Häuser nach Merkmalen wie Kaufkraft, Gebäudegröße oder Baujahr auswählen lassen.
Flyerverteilung: Private Verteildienste stecken Flyer von Haus zu Haus, entweder einzeln oder als Beilage in einer Haushaltswerbung mit mehreren Prospekten.
Kleiderbügelwerbung: Ein beidseitig bedruckter Flyer hängt am Kleiderbügel, auf dem eine Textilreinigung die gereinigte Kleidung zurückgibt. Er geht mit der Kundin oder dem Kunden nach Hause. Details zum Ablauf lesen Sie unter Kleiderbügelwerbung.
Seit die Deutsche Post EINKAUFAKTUELL am 30.03.2024 eingestellt hat, gibt es keine bundesweite Prospekt-Sammelsendung der Post mehr. Wer über den Briefkasten werben will, bucht heute Postaktuell, Postwurfspezial oder einen privaten Verteiler.
Was kostet eine Postwurfsendung, Flyerverteilung oder Kleiderbügelwerbung je 1.000 Stück?
Die folgende Tabelle rechnet alle Kanäle auf 1.000 Stück inklusive Druck um. Für den Druck ist bei Postwurf und Verteilung ein einfacher Flyer im Format DIN lang angesetzt: 10.000 Stück kosten im Online-Preisvergleich rund 100 €, also etwa 10 € je 1.000. Bei der Kleiderbügelwerbung sind Druck, Konfektion an den Bügel, Anlieferung und Kontrolle bereits im Stückpreis enthalten. Alle Preise netto.
| Kanal | Kosten je Stück | Kosten je 1.000 | Mindestmenge / Mindestwert | Erreicht Haushalte mit „Keine Werbung“? |
|---|---|---|---|---|
| Postaktuell, Haushalte mit Tagespost, bis 20 g | ca. 0,10 € | ca. 105 € (76 € Porto + 18 € Service + ca. 10 € Druck) | 300 € Porto | Nein |
| Postaktuell, alle Haushalte, bis 20 g | ca. 0,16 € | ca. 157 € (129 € Porto + 18 € Service + ca. 10 € Druck) | 300 € Porto | Nein |
| Postwurfspezial (teiladressiert), Standard bis 20 g | ca. 0,19–0,25 € | ca. 190–250 € zzgl. Lettershop | 5.000 Sendungen (mit Kleinmengenzuschlag) | Nein |
| Private Flyerverteilung (Beispiel Hamburg, bis 25 g) | ca. 0,07–0,09 € | ca. 70–85 € (59–75 € Verteilung + ca. 10 € Druck) | 5.000 Stück | Nein, Verteiler müssen den Aufkleber beachten |
| Kleiderbügelwerbung AdBügel, Budget bis Pro | 0,32–0,72 € | 320–720 € all-in | 7.800 Stück (2 Reinigungen) | Ja, Übergabe in der Reinigung |
Wie setzen sich die Preise zusammen?
Postaktuell: Die Deutsche Post verlangt für Flyer bis 20 g im Kerngebiet 76 € je 1.000 Haushalte mit Tagespost und 129 € je 1.000, wenn alle Haushalte beliefert werden sollen. Dienstleister, die den Auftrag bei der Post einliefern, berechnen zusätzlich eine Servicegebühr, im Beispiel 18 € je 1.000. Der Mindestauftragswert liegt bei 300 € Porto. Von September bis Dezember kommt ein Saisonzuschlag hinzu.
Postwurfspezial: Laut Preisblatt 2026 kostet die Sendung Standard bis 20 g 0,18 €, die Karte ab 0,17 €. Für Mengen zwischen 5.000 und 19.999 Stück fällt ein Kleinmengenzuschlag von 0,05 € an, von September bis Dezember ein Saisonzuschlag von 0,01 €. Druck und Lettershop-Leistungen kommen hinzu.
Flyerverteilung: Private Verteiler rechnen meist je 1.000 Stück nach Gewicht und Auflage. Ein Hamburger Anbieter nennt für eine Haushaltswerbung bis 25 g zwischen 59 € (20.000 Stück) und 75 € (5.000 Stück) je 1.000.
Kleiderbügelwerbung: Bei AdBügel kostet der Budget Flyer (6,8 × 14,8 cm) 0,32 bis 0,37 € je Stück, der Classic Flyer (DIN lang) 0,42 bis 0,49 € und der Pro Flyer (34,4 × 15,2 cm) 0,58 bis 0,72 €. Die Mindestmenge liegt bei 7.800 Stück, also zwei Reinigungen mit je 3.900 Flyern. Der Einstieg kostet damit 2.886 € (Budget), 3.822 € (Classic) oder 5.616 € (Pro) netto. Alle Staffeln finden Sie unter Preise.
Ehrlich gesagt: Pro 1.000 Kontakte ist der Kleiderbügel drei- bis zehnmal so teuer wie ein Postwurf. Wer eine Stadt flächig erreichen will, fährt mit Postaktuell oder einem Verteiler günstiger.
Wie viele Haushalte erreicht ein Postwurf wirklich?
Die Zahl der gebuchten Haushalte ist nicht die Zahl der erreichten Menschen. Laut Auswertung der ZMG auf Basis des Postaktuell-Managers tragen 30,9 % der deutschen Briefkästen einen Hinweis wie „Bitte keine Werbung“ (Stand April 2024). 2017 waren es noch 24,9 %. Auf Kreisebene reicht die Spanne von 4,4 % bis 67,3 %, in Großstädten und Universitätsstädten liegt der Anteil oft über der Hälfte.
Postaktuell und Postwurfspezial lassen diese Haushalte aus. Private Verteiler müssen den Aufkleber ebenfalls beachten, sonst drohen Unterlassungsansprüche (BGH, Urteil vom 20.12.1988, VI ZR 182/88). Die tatsächliche Auflage fällt also kleiner aus als die Zahl der Haushalte im Gebiet, in Großstädten oft deutlich. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Werbeverweigerer.
Beim Kleiderbügel spielt der Aufkleber keine Rolle: Der Flyer wird nicht eingeworfen, sondern mit der eigenen Kleidung in der Reinigung übergeben.
Wie unterscheiden sich Selektion, Wiederholung und Messbarkeit?
Neben dem Preis entscheiden drei Fragen: Wen erreiche ich, wie oft, und kann ich die Wirkung nachweisen?
| Kriterium | Postaktuell / Postwurfspezial | Flyerverteilung | Kleiderbügelwerbung |
|---|---|---|---|
| Selektion | PLZ, Stadtteil, Umkreis; teiladressiert zusätzlich Kaufkraft, Gebäudetyp, Baujahr | Verteilbezirke, Straßenzüge | Reinigungen im gewünschten Einzugsgebiet, Kundschaft einer Reinigung |
| Kontakt | Einwurf in den Briefkasten, meist mit anderen Sendungen | Einwurf, oft als Teil einer Prospektsammlung | Persönliche Übergabe mit der eigenen Kleidung |
| Wiederholung | Nur durch erneute Buchung | Nur durch erneute Buchung | Stammkunden sehen die Werbung bei jedem Besuch erneut, Ausgabe über ca. zwei Monate |
| Vorlauf | Druck plus 2–4 Werktage Zustellung nach Einlieferung | Druck plus Verteiltermin | ca. 2–3 Wochen ab Auftrag und Druckdaten |
| Messbarkeit | QR-Code, Gutscheincode, Landingpage | QR-Code, Gutscheincode, Landingpage | QR-Code, Gutscheincode, Landingpage je Kampagne |
| Kosten je 1.000 | ca. 105–250 € | ca. 70–85 € | 320–720 € |
Wann ist der Postwurf die bessere Wahl?
Der Postwurf ist im Vorteil, wenn es auf Fläche und Tempo ankommt:
- Sie wollen eine ganze Stadt oder mehrere Postleitzahlen auf einmal erreichen, etwa zu einer Neueröffnung.
- Ihr Angebot ist günstig und spricht fast jeden Haushalt an, zum Beispiel ein Lieferdienst oder ein Aktionspreis im Supermarkt.
- Sie brauchen die Werbung innerhalb weniger Tage im Briefkasten.
- Ihr Budget liegt unter 1.000 €. Postaktuell startet bei 300 € Porto, der Kleiderbügel erst bei 2.886 € netto.
Wann lohnt sich Kleiderbügelwerbung trotz höherer Kosten?
Kleiderbügelwerbung ist kein Massenmedium. Sie lohnt sich, wenn ein einzelner Neukunde viel wert ist und das Einzugsgebiet lokal begrenzt ist:
- Hoher Kundenwert: Eine Zahnarztpraxis, ein Küchenstudio oder ein Makler braucht wenige zusätzliche Kunden, damit sich die Kampagne trägt.
- Werbeverweigerer im Viertel: In Stadtteilen mit hohem Aufkleber-Anteil fällt beim Postwurf ein großer Teil der Haushalte weg.
- Wiederholung statt Einmalkontakt: Stammkunden einer Reinigung kommen regelmäßig und sehen Ihre Werbung mehrmals. Wer dauerhaft präsent sein will, kann das Viertel-Abo nutzen.
- Persönlicher Kontext: Der Flyer kommt mit etwas, das die Menschen ohnehin mit nach Hause nehmen, statt zwischen Prospekten im Briefkasten.
Kann man beide Kanäle kombinieren?
Ja, und für viele lokale Anbieter ist das die sinnvollste Lösung. Ein Postwurf sorgt für Breite, der Kleiderbügel für wiederholten Kontakt mit einer Kundschaft, die über den Briefkasten schwerer erreichbar ist. Wichtig ist, jedem Kanal einen eigenen QR-Code oder Gutscheincode zu geben, damit Sie nach sechs bis acht Wochen sehen, welcher Weg Anfragen bringt. Hinweise zur Gestaltung finden Sie unter QR-Codes auf Flyern.
Wie Sie Kosten je Kontakt sauber vergleichen, erklärt der Artikel zum Tausenderkontaktpreis in der lokalen Werbung. Ihre konkrete Kampagne können Sie im Angebotsrechner durchspielen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Postwurfsendung für 1.000 Haushalte?
Mit Postaktuell zahlen Sie für Flyer bis 20 g 76 € Porto je 1.000 Haushalte mit Tagespost oder 129 € für alle Haushalte. Mit Servicegebühr eines Dienstleisters und einfachem Druck landen Sie bei rund 105 bis 160 € netto. Der Mindestauftragswert liegt bei 300 € Porto.
Was kostet es, Flyer verteilen zu lassen?
Private Verteiler berechnen je nach Auflage und Gewicht grob 59 bis 75 € je 1.000 Stück (Beispiel Hamburg, bis 25 g), zuzüglich Druck von rund 10 € je 1.000 für einen einfachen DIN-lang-Flyer.
Gibt es eine Alternative zur Postwurfsendung, die auch Werbeverweigerer erreicht?
Ja. Alles, was nicht in den Briefkasten geworfen, sondern übergeben wird, ist vom Aufkleber nicht betroffen: Paketbeilagen, bedruckte Bäckertüten oder Kleiderbügelwerbung in Textilreinigungen. Diese Kanäle sind pro 1.000 Kontakte meist teurer als ein Postwurf.
Ist Kleiderbügelwerbung günstiger als ein Postwurf?
Nein. Mit 0,32 bis 0,72 € je Stück all-in ist Kleiderbügelwerbung pro Kontakt deutlich teurer. Sie lohnt sich bei hohem Kundenwert, lokalem Einzugsgebiet und wenn Wiederholung bei einer festen Kundschaft gewünscht ist.
Quellen
- Postservice Socher: Preise Postaktuell (Porto und Servicegebühr je 1.000), 2026
- lettershop-druck.de: Postaktuell, Preise, Mindestauftragswert und Werbeverweigerer, 2026
- Deutsche Post: Preisblatt POSTWURFSPEZIAL, Stand 01.01.2026
- FLYERALARM Mailings: Teiladressierte Werbung (Selektion, Werbeverweigerer)
- Prospektverteilung Hamburg: Preise Haushaltwerbung je 1.000
- Druckvergleich: Kosten für Flyer, Preisliste 2025
- ZMG Zeitungsatlas 2024: Werbeverweigerer nach Stadt- und Landkreisen (Postaktuell-Manager, Stand April 2024)
- BDZV: Werbeverweigerer 2024
- onetoone: Mehr Adblocker an Briefkästen (ZMG-Zeitreihe 2017–2019), 2019
- BGH, Urteil vom 20.12.1988, VI ZR 182/88 (Briefkastenwerbung)
- paketda: Deutsche Post stellt EINKAUFAKTUELL ein, 2024
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